Pflanzen
Das feucht-heiße Klima schafft ideale Wachstumsbedingungen im Regenwald: Manche Bambusarten schießen als Sprösslinge über 20 Zentimeter am Tag in die Höhe. Der Artenreichtum und das üppige Wachstum sind aber nicht etwa ein Hinweis auf besonders fruchtbare Böden. Im Gegenteil - drei Viertel der Böden in den Tropen sind sogar sehr nährstoffarm. Sie sind sehr alt und ihre Mineralstoffe deshalb bereits stark ausgewaschen.
Perfektes Recycling
Dass trotz der Unfruchtbarkeit der Böden üppige Tropenwälder entstehen konnten, liegt an einem perfekt entwickelten Recyclingsystem. Nichts bleibt ungenutzt, nichts geht verloren: Herab fallende Tiere und Pflanzen verrotten zunächst an der Bodenoberfläche. Über dieses organische Material machen sich dann zahllose Kleintiere, Pilze und Bakterien her, zersetzen und mineralisieren es in Windeseile, so dass die Pflanzenwurzeln die Nährstoffe wieder aufnehmen können.
Bei den Pflanzen im Tropenwald sind vor allem die Plätze am Kronendach beliebt, denn wegen des dichten Blättermeers gelangt kaum Sonne zum Waldboden. Um sich neben den riesigen Urwaldbäumen einen Platz am Licht zu ergattern, haben tropische Pflanzen ganz unterschiedliche Taktiken entwickelt.


Teiche in den Baumwipfeln
Aufsitzerpflanzen zum Beispiel wachsen hoch oben auf den Bäumen, ohne ihnen zu schaden. Auch Bromelien, die du vielleicht als Zimmerpflanzen kennst, gehören dazu. Ihre Blätter bilden Trichter, in denen sich bis zu zehn Liter Regenwasser sammelt. Diese kleinen Teiche bieten vielen Insekten und Baumfröschen, die ebenfalls bis ins Kronendach klettern, einen Lebensraum. Aber wie kommt die Bromelie überhaupt dort hinauf? Ganz einfach: Vögel fressen ihre Beeren und verteilen die Samen bis in die höchsten Höhen.
Bäume im Würgegriff
Weniger angenehm für Bäume ist die Würgefeige. Sie beginnt ihr Leben genauso harmlos wie eine Aufsitzerpflanze. Bald schon wachsen ihre Luftwurzeln jedoch bis zum Boden hinunter und schnüren allmählich den Stamm ihres Wirtsbaums ab. Schließlich stirbt der Baum und ist nur noch als Hohlraum im Geflecht der Feige zu erkennen.


























