Mit dem Fällen jedes Baumes gehen nicht nur wichtige Klimafaktoren und einzigartige Tier- und Pflanzenarten verloren, sondern es sinkt auch das Wasserspeicherpotential des Bodens. Durch die Abholzung der Wassereinzugsgebiete hat sich der Wasserhaushalt in der Region verringert und verschlechtert. In Folge kommt es zu Problemen bei der Trinkwasserversorgung der Bewohner des Parks, da in Trockenzeiten die Flüsse nur sehr wenig Wasser führen. Dagegen steigt der Wasserstand in den Regenzeiten durch die Entwaldung viel stärker an als normal. Es treten vermehrt Überflutungen auf, welche den fruchtbaren Boden abtragen und die Flüsse verschlammen. Durch die hohe Konzentration an Bakterien und anderen Verunreinigungen im Wasser erkranken die Bewohner häufig an Magen-Darm-Infektionen.
Im Rahmen eines Pilotprojektes ging es darum, den Bewohnern die Auswirkungen des Holzeinschlages zu vermitteln und gemeinsam die entstandenen Probleme zu lösen, um die Lebensgrundlagen der Bewohner zu verbessern und die Trinkwasserversorgung wieder herzustellen. Mit großem Interesse und Eifer engagierten sich die Bewohner der Gemeinden El Guayabo, Bermudas und Valencia bei der Anlage und Pflege von drei Baumschulen, in denen über 4.000 Setzlinge großgezogen und auf gerodeten Flächen gepflanzt wurden, um weitere Erosionsschäden zu verhindern und die Wasserspeicherkapazität des Bodens wiederherzustellen. Auf 18.000 m² degradierter Fläche konnten 2.300 Setzlinge mit einheimischen Baumarten wie Spanische Zeder, Mahagoni und Wilde Tamarinde ausgepflanzt werden.
Um einen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser zu gewährleisten, wurden zunächst Landnutzungspläne erarbeitet. Gemeinsam mit den Bewohnern wurden alle Wasserläufe, Quellen, Wohnhäuser, Wälder und entwaldete Flächen erfasst, und dann festgelegt, welche Flächen geschützt und welche genutzt werden. Die Umsetzung dieser Pläne sichert langfristig den Erhalt des Trinkwassers.
Im Anschluss an die Erarbeitung der Landnutzungspläne wurden 14 Wassereinzugsgebiete per Satellitenbild erfasst, im Gelände markiert, abgegrenzt und Schutzmaßnahmen mit den Bewohnern in Aktionsplänen vereinbart. Sie verpflichteten sich dazu, in den Gebieten weder zu siedeln, noch zu roden oder in anderer Weise Einfluss zu nehmen. Die Asociación Patuca beantragte gemeinsam mit den Gemeinden, eine 17 Hektar große Waldfläche offiziell als Wasserschutzgebiet von der Regierung auszuweisen.
Ein weiterer Schritt zielte auf die Einrichtung eines Trinkwassersystems ab, um eine konstante Versorgung gewährleisten zu können. Zehn Sammelbecken wurden errichtet, von denen das aufgefangene Wasser durch Rohrleitungen zu den Häusern transportiert wird. Hundert Haushalte bzw. 600 Personen aus acht Dörfern erhielten einen Trinkwasserfilter. Diese Maßnahmen trugen deutlich zur Verbesserung der Gesundheit der Parkbewohner bei. Das Auftreten von Krankheiten durch verunreinigtes Wasser verringerte sich um unglaubliche 62 %.
Damit die Instandhaltung und Überwachung der Filteranlagen auch nach Projektende weiterläuft, wurde ein Komitee aus der lokalen Bevölkerung und den Mitgliedern der Asociación Patuca gebildet, das sich um die Wartung der Anlagen kümmert.
Die Bewohner der Gemeinden haben realisiert, dass der Wald eine bedeutende Funktion hat und das Wasserspeicherpotential durch das Abholzen der Bäume schwindet. Das von Rotary International geförderte Projekt zeigt deutlich den Zusammenhang zwischen dem Schutz des Ökosystems Wald und der Verbesserung der Lebensbedingungen der dort lebenden Menschen. Die Gemeindemitglieder wurden stets in die Planungen miteinbezogen, was die Nachhaltigkeit des Projektes und das Verständnis für Waldschutzmaßnahmen sicherstellt.
Nach dem Erfolg des Projektes haben nun weitere Parkgemeinden Interesse gezeigt. Aufbauend auf die wichtigen Erfahrungen und mit Unterstützung von OroVerde plant die Asociación Patuca im Jahr 2011 in den Gemeinden El Tigre und Sibidá die Einrichtung von Baumschulen, die Durchführung gezielter Wiederaufforstungsmaßnahmen zum Schutz der lokalen Wassereinzugsgebiete und die Aufklärung und Schulung der Gemeinden über Maßnahmen zum Trinkwasserschutz. Helfen auch Sie dabei mit Ihrer Spende!








