Das Kooperationsprojekt mit der Deutschen Welthungerhilfe umfasst die drei mittelamerikanischen Länder Kuba, Nicaragua und die Dominikanische Republik. In diesen befinden sich die bedeutendsten Zentren der biologischen Vielfalt. Auf insgesamt 1.550 km² beherbergen die Tropenwälder über 500.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten – dies entspricht 70 % aller bekannten Arten weltweit. Diese naturreichen Gebiete sichern aber nicht nur das Überleben von Flora und Fauna, sie sind auch Apotheke, Wasser- und Nahrungslieferant - und somit Lebensgrundlage für zahlreiche Menschen.
Aufgrund der Erfahrungen vergangener Projekte ist es ersichtlich, dass Tropenwaldschutz in vielen Regionen nur in Verbindung mit Armutsminderung funktionieren kann. In Gebieten, in welchen der Großteil der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt, ist Naturschutz nicht die oberste Priorität der Menschen, denn sie sind auf Nahrungsmittel und Materialien aus den natürlichen Ressourcen der Wälder angewiesen.
Durch die alleinige Ausweisung von Schutzgebieten kommt es oft zu Konflikten. Der Teufelskreis läuft folgendermaßen ab: Zuerst werden kleine Gebiete am Rande der Wälder durch Brandrohdung landwirtschaftlich nutzbar gemacht. Lässt dann der Ernteertrag in wenigen Jahren aufgrund der abnehmenden Bodenfruchtbarkeit nach, wird die Fläche als Weideland genutzt oder verkauft. Ein neues Stück Land wird gerodet, um als Nutzfläche zu dienen. So dringen die Bauern immer tiefer in den Wald ein und zerstören die einzigartige Naturlandschaft. Die zunehmenden extremen Naturereignisse, wie Starkregen oder Dürren, die durch den Klimawandel begünstigt werden, verstärken die negativen Auswirkungen der Regenwaldzerstörung. Auch für Bau- und Feuerholz werden regelmäßig Bäume gefällt.
Mit Hilfe von Projekten können diese Probleme in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung beseitigt werden, indem die Menschen für den Schutz der Tropenwälder gewonnen und treibende Kraft darin werden.
Durch eine interdisziplinäre Partnerschaft zwischen der Deutschen Welthungerhilfe und OroVerde – unterstützt von Entwicklungshilfemitteln des Bundes – können wir den Tropenwald durch Armutsminderung langfristig erhalten. Indem mit lokalen Organisationen und den Bewohnern Methoden entwickelt werden, ihr Land nachhaltig zu bewirtschaften, können sie ihren Hunger besiegen, eine Lebensgrundlage - und somit Perspektiven - für ihre Kinder errichten. Das erklärte Ziel der Kooperation ist es, die einzigartige Natur in den jeweiligen Projektgebieten nachhaltig zu schützen und dabei gleichzeitig alternative Einkommensquellen zu erschließen, die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung zu verbessern und die Ernährung zu sichern.
Die Partnerorganisationen in den einzelnen Ländern arbeiten seit Jahren mit der Bevölkerung zusammen und kennen die vorherrschenden Probleme gut. Durch den Erhalt der Tropenwälder wird die Wasserqualität für die jeweiligen Regionen gesichert, wichtige Pflanzen bleiben für die medizinische Behandlung bewahrt, und zusätzlich wird ein Beitrag zur lokalen und globalen Klimastabilität geleistet.
Die Bewohner selbst setzen sich für die Aufforstung ein und lernen durch weitreichende Umweltbildungsmaßnahmen den unersetzlichen Wert der heimischen Natur schätzen. Eine nachhaltige Landnutzung ermöglicht ihnen eine reichhaltigere Ernährung und ein höheres Einkommen.
Generell sind die Inhalte der einzelnen Projektgebiete folgende:
- Erarbeitung von nachhaltigen Nutzungsplänen
- Stärkung lokaler Organisationsstrukturen im Umfeld der Schutzgebiete und für das Management der Schutzgebiete
- Nachhaltige Landnutzung in der Land- und Forstwirtschaft
- Verbesserung von Wegen und Wohnraum, einschließlich Senkung des Brennholzbedarfs durch effizientere Öfen, welche die Wärme besser speichern
- Ausweitung der Projekterfahrung auf andere Regionen und Projekte.
Langjährige Erfahrungen haben gezeigt, dass der Schutz der Tropenwälder von den Einheimischen sehr positiv aufgenommen wird und sie sich dafür einsetzten, wenn ihnen dadurch ein Leben ohne Armut möglich ist. In diesem Fall gewinnen alle Beteiligten.






