Kuba

Der Alexander von Humboldt Nationalpark im Osten Kubas wurde 2001 von der UNESCO aufgrund seiner vieler endemischer Tier- und Pflanzenarten zum Weltnaturerbe ernannt. Mit einer Fläche von mehr als 71.000 Hektar umfasst er nicht nur Bergwälder, sondern auch Steilküsten, Sumpflandschaften, Mangrovenwälder und weit reichende Korallenriffe. Der Park wurde auf Initiative von OroVerde 1996 von der Regierung Kubas als Nationalpark ausgewiesen und sichert somit langfristig den Lebensraum und Wasserspeicher von Mensch und Tier.

In Kuba widmet sich das Programm über tausend kleinbäuerlichen Familien in 13 Gemeinden, die ihren Lebensunterhalt mit Gemüsegärten und Tierhaltung bestreiten.

Mit Hilfe der lokalen Organisation „Asociación Cubana de Técnicos Agrícolas y Forestales“ (ACTAF) und lokalen Verbänden wurden bereits Informationsmaterialen zu den Themen Auswirkungen von Brandrodung und Abholzung sowie Tier- und Bodenschutz erstellt. Eine Auszeichnung als Schutzgebiete der Projektregion durch das Umweltministerium stärkt das Ansehen der beteiligten Akteure in der Region und ermöglicht somit stärkeren Einfluss auf politische Entscheidungsträger.  

Nachhaltige Landnutzung und Baumschulen

Die landwirtschaftlichen Aktivitäten konzentrieren sich im Wesentlichen auf die kontinuierliche Ernährungssicherheit. Dafür sind Erosionsschutz und Maßnahmen zur Bodenverbesserung durch Einarbeitung von organischem Material grundlegend. Mit dem Bau von Treibhäusern für den Gemüseanbau werden die durch extrem hohe Luftfeuchtigkeit und häufigen Niederschläge bedingten Ernteausfälle reduziert, und somit die ganzjährige Ernährung gewährleistet. Für traditionelle Feldfrüchte wie Getreide, Hülsenfrüchte und Maniok, wird der Bau von Bewässerungsanlagen unterstützt.

Zusätzlich werden erste Erfahrungen in der Konservierung von Nahrungsmitteln gesammelt und die Tierhaltung von Schweinen, Kaninchen, Schafen, Ziegen und Bienen gefördert. Eine gezielte Zucht von Maultieren versorgt die Bauern mit idealen Lasttieren

In jeder Gemeinde ist eine Baumschule mit einer Kapazität von je 20.000 Setzlingen teilweise besonders bedrohter Heilpflanzen, Obst- und Holzarten angelegt. Zusätzlich wurden in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium zwei kommunale Saatgutbanken zum Erhalt der Biodiversität erarbeitet.

Verbesserung der Infrastruktur

An mehrere Arbeitsgruppen die sich um die Ausbesserung und Instandhaltung des 236 km langen Wegenetzes im Schutzgebiet kümmern, wurden Werkzeuge und Arbeitskleidung verteilt. Zusätzlich werden ältere Lkw anderer Organisationen wieder in Stand gesetzt, um den Transport der landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu sichern. Die Beschaffung von Ersatzteilen ist in Kuba allerdings sehr schwierig und langwierig und nimmt manchmal Jahre in Anspruch.

Um die Kommunikation mit der Nationalparkverwaltung zu verbessern erhielt jede Gemeinde ein Funkgerät. Viele Gemeinden liegen aber außerhalb der Funkverbindung - darum müssen für diese Stellen Funkverstärker beschafft werden.

Nach und nach werden sanitäre Einrichtungen installiert. Dadurch werden Infektionskrankheiten verringert, was zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität beiträgt. Hierfür müssen allerdings viele Gemeinden erst entsprechende Abwasserleitungen zur eigens errichteten Kläranlage legen.

Stück für Stück werden die Gemeinden auch an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, was das Installieren zahlreicher Brennholz-sparenden Herde ermöglichte. Durch diese neuen Kochnischen werden Atemwegserkrankungen und der Holzverbrauch reduziert.

Endemische Magnoliensetzlinge bereit zum Aussetzen