Seit 1990 ist das 5.000 Hektar große Gebiet „Miraflor-Moropotente“ ausgewiesenes Naturschutzgebiet und somit ein konservierter Teil des drittgrößten zusammenhängenden Waldgebietes der Erde. Der Nationalpark erstreckt sich in den Mittelgebirgslagen im Nordwesten Nicaraguas, vom pazifischen Trockenwald über Nebel- und Regenwälder, als biologische Lebensbrücke für seltene Arten, von Mexiko bis Panama.
In dem Schutzprojekt sind 44 Gemeinden eingebunden, in denen 80% der Familien unterhalb der Armutsgrenze leben und deren Ernährung nicht ganzjährig gesichert ist. Ihre Ernährung beschränkt sich auf Mais und Bohnen. Die Tiere, die vereinzelt gehalten werden. dienen nicht als Grundnahrungsmittel, sondern lediglich als Notgroschen. Erst wenn die Ernte zu gering ausfällt und sehr harte Zeiten zu überstehen sind, werden die Tiere verkauft.
Mit der Partnerorganisation Foro Miraflor werden Studien zur Essgewohnheit der Bevölkerung erhoben, um die Verbesserung der Ernährung durch die Projektarbeit zu kontrollieren. Zusätzlich wird die Bevölkerung in verschiedenen Bereichen unterstütz und effizientere Maßnahmen eingeführt. Diese Bereiche sind der Gemüse- und Kaffeeanbau, die Tierhaltung, der Holzhandel (innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen) mit den dazugehörigen Wiederaufforstungsmaßnahmen, und die Überwachung der Schutzzonen.
Freiwillige Waldhüter und der Nationalpolizei unterstellte „Umwelt-Polizisten“ wurden ausgebildet, um dem illegalen Holzeinschlag und der Wilderei ein Ende zu setzten. Zusätzlich leisten sie einen Großteil der Umwelt-Beratung im Schutzgebiet.
Umweltbildung und Wiederaufforstung
Schüler und Schülerinnen der weiterführenden Schulen werden mit den Themen Umweltschutz und Schutzgebietsmanagement vertraut gemacht und sind in Bildungsmaßnahmen aktiv. Sie führen ihrerseits Kurse mit Grundschülern zum Umgang mit Müll und Baumbepflanzung auf dem Gelände der Schutzgebietsverwaltung. In diesem Zuge werden die Quellgebiete von den Gemeinden mit 20.000 Setzlingen nativer Arten aus den zwei lokalen Baumschulen aufgeforstet.
Zusätzlich wird der Betrieb eines Radiosenders gefördert, der im Gebäude der Schutzgebietsverwaltung operiert und durch Schulungen in Kommunikation und Sendetechnik bereits über 50 Sendungen zu Umweltthemen wie Brandrodung, Klimawandel oder Umweltverschmutzung ausgestrahlt hat.
Nachhaltige Landnutzung
Die landwirtschaftlichen Betriebe im Projektgebiet arbeiten bereits zum größten Teil nach den Kriterien des ökologischen Anbaus. Somit wird hier durch eine Förderung von Gemüse- und Obstgärten, des Kaffeeanbaus und der Tierhaltung eine ausgewogene Ernährung gewährleistet. Den Bauern werden Kenntnisse in angemessener Tierhaltung, -hygiene und -fütterung vermittelt. Durch kostengünstige Techniken zur Bewässerung und Bereitstellung von Futtermitteln, Baumaterialien für Gehege und das eigentliche Vieh, können die Bauern langfristig planen und durch die zusätzliche Viehzucht ihr Einkommen deutlich steigern.
Verbesserung der Infrastruktur
Vor allem besonders bedürftige Familien werden beim Bau eigener Wohnräume unterstützt. Sie erhalten Baumaterialien für das Fundament und Wellbleche zur Bedachung. Die restlichen Materialien für Wände und Dachstuhl, sowie die eigentlichen Bauarbeiten, übernehmen die Familien selbst.
Für diese Familien und an Schulen werden zudem Latrinen gebaut, um den Hygienestandard anzuheben und dadurch Erkrankungen zu verringern.





