Bis zu 17 % der globalen Treibhausgasemissionen werden durch die Abholzung und Degradierung von Wäldern verursacht. Der weltweite Klimawandel ist schon jetzt eine ernste Bedrohung für viele Menschen und Regionen. Extreme Wetterereignisse und Naturkatastrophen werden weiter zunehmen, wenn wir die globalen Treibhausgasemissionen nicht reduzieren. Bei der Bekämpfung des Klimawandels spielt der Schutz der Wälder darum eine entscheidende Rolle. Die im Kyoto-Protokoll vereinbarte Reduzierung der globalen Emissionen zielt vor allem auf die Verminderung von Emissionen der Industrie ab. Neben dem Einsatz grüner Technologien können Unternehmen zudem auch in Klimaschutzprojekte im Ausland investieren und dadurch Zertifikate erwerben, die ihnen Emissionen in einem festgelegten Rahmen erlauben. Waldprojekte sind auf diesem „offiziellen Markt“ nur begrenzt zugelassen. Allerdings gibt es immer mehr Unternehmen, die Waldklimaprojekte als einen freiwilligen Beitrag zum Klimaschutz unterstützen, da sie sich anschaulich vermarkten lassen. Häufig mangelt es aber an Wissen über die konkreten Auswirkungen der Aktivitäten in den jeweiligen Ländern. So gibt es zum Beispiel Projekte, in denen großflächige Monokulturplantagen angelegt werden, welche nur kurzfristig Treibhausgase speichern. Die negativen Auswirkungen beinhalten aber den Rückgang der biologischen Vielfalt der Region und machen die Gebiete umso anfälliger für die Folgen des Klimawandels. Auch die Landrechte lokaler Gemeinschaften und indigener Völker werden nicht immer beachtet, was häufig zu massivem Widerstand gegen die Projekte und der Entstehung lokaler Konflikte führt. Die Erhaltung des Waldes und somit das eigentliche Projektziel wird dadurch gefährdet. Nur unter der Einbeziehung der indigenen und lokalen Bevölkerung kann für eine Langfristigkeit eines Waldklimaprojektes garantiert werden. Inzwischen existieren auf dem deutschen Markt bereits sieben freiwillige Standards, die eine hohe Qualität der Projekte sicherstellen und die Risiken minimieren sollen. Einige Siegel sind „Climate“, „Community and Biodiversity Standard (CCBS)“, „Voluntary Carbon Standard (VCS)“, und „Carbon Fix Standard (CFS)“ Die Vielzahl und Komplexität der überprüften Kriterien machen es für Unternehmen und Verbraucher jedoch schwierig, die Siegel richtig einzuschätzen.
Entwicklung von Leitlinien
Das 2010 gestartete Projekt hat daher das Ziel, Unternehmen und der interessierten Öffentlichkeit Informationen über die Wirkungen von Waldklimaprojekten zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam mit verschiedenen Akteuren aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik werden Leitlinien für Waldklimaprojekte entwickelt, die den Schutz der biologischen Vielfalt und die Wahrung der Interessen der lokalen Bevölkerungen sicherstellen.
Innerhalb eines Expertenworkshop mit den jeweiligen Akteuren, wurden die unterschiedlichen Wirkungen von Waldklimaprojekten diskutiert, die Zertifizierungs-Standards für den Markt mit Waldklimaprojekten bewertet und dadurch die Grundlage für die Herausgabe der Leitlinien für Unternehmen geschaffen.
Diese Leitlinien sind Orientierungshilfen für private Akteure und zeigen in übersichtlicher, gut anwendbarer Form auf, welche Projekte und Standards zur Unterstützung von Waldklimaprojekten sinnvoll sind. Als Grundlage dienen eine Analyse von verschiedenen Projektbeispielen sowie eine Fallstudie über ein bereits bestehendes Waldklimaprojekt in Paraguay, welche von der Partnerorganisation „Fundación Moises Bertoni“ vor Ort durchgeführt wurde.
Zusätzlich werden im Laufe des Projekts weitere Informationsworkshops und Präsentationen auf diversen Veranstaltungen durchgeführt.
Die erarbeiteten Leitlinien, die auf dem Workshop verwendeten Präsentationen zu den Themen Treibhausgas-Berechnung, Biodiversität, soziale Fragen und die Fallstudie aus Paraguay können Sie hier herunterladen.
- Leitlinien: "Investieren in Waldklimaprojekte" von OroVerde / Global Nature Fund
- Leitlinien: "Investing in forest carbon projects" von OroVerde / Global Nature Fund
- Fallstudie: "Chancen und Herausforderungen von Wald- und Klimaschutzprojekten - Ein Pionierprojekt in Paraguay"
- Präsentation Fallbeispiel Waldklimaprojekt von Max Vöhringer von OroVerde
- Präsentation Waldklimastandards und Biodiversität von Britta Kunze von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
- Präsentation Waldklimastandards und soziale Wirkungen von Anika Schroeder von Misereor
- Präsentation Waldklimastandards und THG-Berechnungen von Dr. Martin Gehrig von TREES Forest Carbon Consulting
Die Präsentationen vom Informationsworkshop „Klimaschutz durch Investition in Waldprojekte – Chancen und Nutzen für Unternehmen“ am 7.11.2011 in Bonn finden Sie hier:
- Fallbeispiel Waldklimaprojekt von Max Vöhringer, OroVerde
- Investieren in Waldklimaprojekte von Tobias Hartmann, GNF
- RED, REDD, REDD+ - Was bedeutet das? von Fabian Schmidt, GIZ
Aktuelle Artikel
Themenschwerpunkt: Biodiversität - Wald - Klima
Auszug aus dem Magazin forum Nachhaltig Wirtschaften 1/2011
Waldwege zum effektiven Klima- und Biodiversitätsschutz (3,1 MB)
Diese und weitere interessante Artikel über Business und Biodiversität finden Sie in der Ausgabe 1/2011 von forum Nachhaltig Wirtschaften.
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Projekt "Wald & Klima"
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