Der Bau von Regenwald-Botschafter-Booten

Du arbeitest gerne mit den Händen? Du magst es, mit Holz zu arbeiten? Hier geht es in die Werkstatt! Hier entsteht ein Boot! Aber nicht irgendeines, sondern ein Botschafter-Boot.
Ihr zimmert ein traditionelles Kanu, bemalt und schmückt es und lasst es im Rahmen eines großen Festes zu Wasser! Hier könnt ihr auch mit Infoständen auf den Regenwald aufmerksam machen! Dabei erhaltet ihr natürlich Unterstützung von einem erstklassigen Paddelexperten und eurem Werklehrer.

Projektinhalt

Aber was hat der Regenwald mit Booten zu tun? Auf den ersten Blick wenig, auf den zweiten eine ganze Menge!

Zunächst ist da der Regenwald selbst. Oftmals so undurchdringlich, dass auch die Indigenen Völker die Flüsse als Wasserstraßen nutzen! Zumeist mit langen, schmalen Einbäumen, aber auch mit geflochtenen oder bespannten Bootskörpern. Welche Bau-Vorbilder lassen sich dort entdecken? Und welche Bedeutung haben die „Wasserstraßen“ im Regenwald noch heute?

Das Baumaterial: Holz. Gerade bei Yachten oft auch Tropenholz. Wieso? Welche Vorteile bietet Tropenholz? Welche hier heimischen Holzarten reichen an diese Vorteile ebenfalls heran? Und wie erkennt man Tropenholz überhaupt? Woher kommt das Holz in unseren Baumärkten eigentlich? Was versteht man unter nachhaltiger Holzwirtschaft? Welche Siegel gibt es – und worauf sollte man achten?

Mit all diesen Fragen werden sich die Jugendlichen in dieser Agentur über zwei Schulhalbjahre befassen. Das Thema Regenwald wird dabei in allen Bereichen eingestreut und auf einem Abschlussevent, verbunden mit dem Zuwasserlassen der Boote, präsentiert. Thematischer Schwerpunkt des ersten Halbjahres ist das Thema „Holz“. Hierfür werden ausführliche Unterrichtsmaterialien entwickelt. Ein Ausflug führt die Jugendlichen zudem in den Baumarkt, um die verschiedenen Hölzer genauer unter die Lupe zu nehmen und nach Tropenhölzern zu fahnden, sowie in den heimischen Wald, um mehr über nachhaltige Waldwirtschaft zu erfahren und einen Bezug zu heimischen Baumarten aufzubauen.

Neben dem Thema „Holz“ befassen sich die Jugendlichen zudem mit der „Artenvielfalt“ des Regenwaldes. Ziel ist es, zu erkennen, was den Regenwald so einzigartig und schützenswert macht. Auch das Thema „Klima“ wird in diesem Zusammenhang aufgegriffen.

Der Abschluss des knapp 1-jährigen Bauprojektes wird schließlich durch einen Event gekrönt. Das Zuwasserlassen der Boote, die Bootstaufe und natürlich viel Öffentlichkeitsarbeit dazu. Denn hier geht es darum, das Gelernte nach Außen zu tragen und so etwas zum Schutz des Regenwaldes beizutragen und zu kommunizieren, warum der Regenwald so wichtig ist und worauf jeder einzelne Kunde achten kann, um Raubbau zu verhindern. Die Boote werden zu Botschafter-Booten!

In das Projekt werden mehrere Praxispartner eingebunden. Bereits als Gast für ein paar Stunden dabei war der Zeichner Sebastian Jenal, der bei den Skizzen für die Boote, die mit Regenwaldmotiven bemalt werden, geholfen und viele Tricks verraten hat.

Für den Sommer ist als weiterer Praxispartner ein Paddler angedacht.

Mit dem Wechsel der Praxispartner wollen wir u.a. herausfinden, inwieweit es für Nachahmerprojekte eine Möglichkeit sein kann, statt auf einen häufig anwesenden Praxispartner auf mehrere Partner zurück zu greifen, die dafür nur kurzfristig anwesend sein können. Dies dürfte sich im Schulalltag leichter umsetzen lassen – kann aber Auswirkungen auf die Motivation der Jugendlichen haben. Welche? Was sind die Vor- und die Nachteile? Wir sind gespannt!

Warum ausgerechnet WERKEN?

In unseren Agenturen rappen, tanzen, sprayen, kochen und laufen die Jugendlichen für den Regenwald. Hier wird nun geschreinert und gebaut – warum?

Um noch ein weiteres Unterrichtsfeld in die Vielzahl der Zugänge für die Jugendlichen mit einzubeziehen: neben Deutsch / Englisch, Kunst, Hauswirtschaft und Sport das Unterrichtsfeld Handwerk. Zumal einige der Jugendlichen im handwerklichen Bereich in Zukunft tatsächlich eine Ausbildungschance bekommen werden. Hier steht die Zukunftsperspektive der Jugendlichen mit im Vordergrund. Denn welche Fähigkeiten sind es, die im Handwerk später gefordert werden? Einen ersten Einblick und Kontaktmöglichkeiten zu lokalen Betrieben bietet diese Agentur „Meisterhaft“!

Eindrücke aus dem Praxisprojekt

Praxispartner: Forstwirt Manfred Hören & Comiczeichner Özi

Manfred Hören ist Forstwirt und Umweltpädagoge des Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft. Gleichzeitig betreibt er das Haus der Natur am Fuße des Venusbergs in Bonn, wo er Neugierigen und Interessierten die Flora und Fauna des Kottenforst erklärt. Weitere Informationen: www.hausdernatur-bonn.de
Seit der 3. Klasse hört Sebastian Jenal eigentlich nur noch auf den Spitznamen Özi. Er lebt von und für die Comiczeichnerei. Im gestalterischen Bereich steht er in dieser Agentur mit Rat und Tat zur Seite. Mehr zur Person: www.oezicomix.com

Partnerschule:

August-Macke-Schule Bonn

Fachbereich Werken

Projektziele

  • Förderung von handwerklichem Geschick
  • Erlernen von Projektmanagement
  • Förderung von Teamarbeit
  • Schulung nachhaltigen Handelns und Konsumbewusstseins

Diese Agentur wird gefördert durch: