Nationalpark Patuca

Der Patuca-Nationalpark in Honduras liegt inmitten eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete der Erde. Insgesamt nimmt er eine Fläche von 375.500 Hektar ein und bietet Lebensraum für viele wichtige Tier- und Pflanzenarten weltweit, wie Quetzal, Regenbogen-Tukan, Soldaten-Ara, Jaguar, Ameisenbär und Mahagonibaum. Als wichtiger Bestandteil des grünen Tropenwaldnetzes, das sich von Mexiko bis nach Panama erstreckt, ist der Patuca-Nationalpark unverzichtbar in seiner stabilisierenden Funktion für den Erhalt dieses Tropenwaldes der Region.

Projektregion und Ausgangssituation

Regenwald von oben. © Patuca e.V.
Blick in den Patuca-Nationalpark. An den Flüssen siedeln immer mehr Menschen.

Trotz des Schutzstatus als Nationalpark macht die Rodung des Regenwaldes auch hier nicht halt. Dem honduranischen Staat fehlen Mittel und Personal um den Park zu sichern, so dass immer neue Siedler in die Region kommen. Eine aktive Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung ist ein wichtiges Mittel für den langfristigen Schutz des Parks. 

Entlang der Flussufer des Rio Patuca und des Rio Cuyamel lassen sich Siedlerfamilien nieder, im Glauben, hier genug fruchtbares Land zu finden, um davon leben zu können. Jedoch fehlt ihnen das Wissen über eine schonende Bewirtschaftung, da der Boden bereits nach wenigen Jahren völlig ausgelaugt und somit nicht mehr nutzbar für den Anbau von Feldpflanzen ist. Aus einst intaktem Regenwald werden verödete Felder und Weiden, was die Bevölkerung immer wieder aufs Neue zwingt, Waldstücke zu roden. Die unfruchtbar gewordenen Felder werden meist an Rinderzüchter verkauft, die auf den riesigen entwaldeten Weideflächen Rinderhaltung betreiben. Dies wiederum macht eine natürliche Sukzession des Regenwaldes unmöglich. 

Der Jaguar findet nur noch in ausgedehnten Regenwald-Nationalparks ein Refugium. © K. Wothe
Der Jaguar findet nur noch in ausgedehnten Nationalparks ein Refugium.
Auch der Tukan benötigt große zusammenhängende Regenwälder als Lebensraum. © K. Wothe
Auch der Tukan benötigt große zusammenhängende Regenwälder als Lebensraum.

Bisherige Zusammenarbeit: Landkauf und Modellfinca

Oroverde arbeitet mit der Asociación Patuca seit dem Jahr 2000 zusammen. Focus in den vergangenen Jahren war die Unterstützung der Asociación Patuca beim Kauf von besonders wertvollen Primärwaldflächen innerhalb des Parks, die von der Abholzung bedroht waren. Zusammen wurden verschiedene Projekte, wie der Aufbau einer Modellfinca mit einer Grundschule, dem Anbau von Medizinalpflanzen, dem Aufbau einer Schweinezucht sowie einer Leguanfarm, durchgeführt. Im Jahr 2005 stand die landwirtschaftliche Beratung der Kleinbauern in den einzelnen Gemeinden im Vordergrund. In Workshops wurden mit den Bewohnern des Parks Alternativen zur fortgesetzten Brandrodung erarbeitet.

Bildung als Schlüssel zum Erfolg

Durch  fehlende Schulen und Lehrer in den Siedlungen des Parks  war die Bildung der Bewohner, insbesondere die der Kinder nur unzureichend. Hinzu kam das mangelnde Wissen über nachhaltige Anbaumethoden und über den schonenden Umgang mit den Ressourcen des Regenwaldes. Dadurch schritt die Zerstörung des Regenwaldes immer weiter voran und seltene Tier- und Pflanzenarten gingen verloren.

Um diesen Problemen entgegenzutreten, wurden in den letzten Jahren 15 Schulen im Park gegründet und etabliert. Sie sind die Basis für die Bildung der Parkbewohner und tragen zur Umweltbildung bei. Die Siedler entwickeln so ein Verständnis dafür, dass es beim Schutz des Patuca Nationalparks um den Erhalt der eigenen Ressourcen und um ihre Zukunft, vor allem auch die ihrer Kinder geht.

Als landwirtschaftliche Beratung wurde den Siedlern ein ausgebildeter Agronom zur Seite gestellt, der ihnen bei der nachhaltigen und schonenden Bewirtschaftung ihrer Nutzungsflächen hilft. Dies senkt den Druck auf den Park und trägt dazu bei, wichtige Waldflächen zu erhalten.

 

Eine der 10 Regenwald-Schulen von Patuca. © Patuca e.V.
Eine der 10 Regenwald-Schulen von Patuca.
Zu den Bildungsprogrammen gehört auch die Einrichtung kleiner Baumschulen, die auf ehemaligen Rodungsflächen im Regenwald angelegt werden. © Patuca e.V.
Zu den Bildungsprogrammen gehört auch die Einrichtung kleiner Baumschulen, die auf ehemaligen Rodungsflächen im Regenwald angelegt werden.

Sauberes Trinkwasser durch Waldschutz

Beim Fällen jeden Baumes gehen nicht nur Tier- und Pflanzenarten verloren, sondern es sinkt auch das Wasserspeicherpotential des Bodens. Durch die steigende Abholzung, der Wassereinzugsgebiete des Patuca Nationalparks, hat sich auch der Wasserhaushalt in der Region verändert.  In Folge kam es zu Problemen bei der Trinkwasserversorgung der Bewohner des Parks. Deshalb setzt sich OroVerde in einem Kooperationsprojekt mit dem Rotary-Club Ingolstadt für den Waldschutz und die gleichzeitige Verbesserung der Wasserversorgung im Park ein. Dabei ging es nicht nur darum, die Bewohner über die Auswirkungen des Holzeinschlages aufzuklären, sondern auch mit ihnen gemeinsam die Probleme zu lösen. Mit großen Interesse und Eifer engagierten sie sich bei der Anlage und Pflege von neuen Baumschulen, in denen bisher schon über 4.000 Setzlinge großgezogen wurden.  Die kleinen Bäumchen werden auf den gerodeten Flächen gepflanzt um weitere Erosionsschäden zu verhindern und die Wasserspeicher­kapazität des Bodens wieder zu verbessern.

Damit die Bewohner einen gesicherten Zugang zu sauberen Trinkwasser haben, wurden Wassersammelbecken  und Wasserfilter installiert. Dadurch trägt das Projekt auch zur Verbesserung der Gesundheit der Parkbewohner bei. Das Auftreten von Krankheiten durch verunreinigtes Wasser wird verhindert. 

Die Bewohner der Gemeinden haben gelernt, dass der Wald eine bedeutende Funktion einnimmt und dass durch das Abholzen der Bäume das Wasserspeicherpotential schwindet. Auch für sie ist der intakte Wald deshalb wichtig und sie helfen einen langfristigen Schutz des Patuca Nationalparks zu garantieren.

 

© Honduras E. Mannigel
Noch speichert der Boden ausreichend Wasser

Lokaler Partner

Die Asociación Patuca arbeitet seit 1995 an der Erhaltung und nachhaltigen Entwicklung des Waldgebietes im Nationalpark Patuca. Sie fokussiert ihre Arbeit auf die Sensibilisierung der ansässigen Kleinbauern durch Umweltbildung in den Gemeinden innerhalb des Nationalparks. Zudem hat sie 2005 den staatlichen Auftrag erhalten, den Nationalpark zu verwalten.
Die Asociación Patuca arbeitet auch mit dem honduranischen Bildungsministerium sowie der honduranischen Forstbehörde eng zusammen und erhält Unterstützung durch die deutsche Patuca e.V.. 

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Kontakt

Dr. Elke Mannigel
Projektmanagement
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