Der Planet Erde ist reich ausgestattet. Die Vielfalt der Lebewesen, die ihn bewohnen, ist überwältigend. Die Zahl der bekannten Pflanzen- und Tierarten, die heute auf der Erde leben, beträgt knapp 1,5 Millionen. Doch wir kennen bisher nur einen Bruchteil der hier lebenden Arten. Vorsichtigen Schätzungen zu Folge leben auf der Erde mindestens 5 Millionen Arten. Forscher, zumeist Biologen, die sich mit der Vielfalt des Lebens beschäftigen, gehen sogar von bis zu 20 Millionen Arten aus. Über zwei Drittel der Arten leben in den Tropischen Regenwäldern, den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Es gibt also noch viel zu erforschen!
Das komplexe System ist bedroht
Durch die Vernichtung der tropischen Regenwälder haben wir gleichzeitig jedoch auch den dramatischten Rückgang an Arten zu verzeichnen. Durch menschlichen Einfluss gehen derzeit jährlich ca. 30.000 Pflanzen- und Tierarten verloren. Die Regenwälder, die noch vor weniger als einem Jahrhundert mehr als ein Zehntel der Landfläche der Erde bedeckten, sind inzwischen auf die Hälfte zusammengeschrumpft. Durchschnittlich werden pro Jahr weitere 12 Millionen Hektar abgeholzt. Die Vernichtung der tropischen Regenwälder ist die Hauptursache für das katastrophale Ausmaß des Artensterbens auf unserem Planeten. Damit verschwinden unzählige Arten für immer. Doch wir brauchen die Vielfalt der Tropenwälder!
Der tropische Regenwald mit seiner unglaublichen Vielfalt von Pflanzen und Tieren ist ein komplexes biologisches System, das sich selbst im Gleichgewicht hält. Durch die Vielfalt und Anpassungsfähigkeit seiner Glieder, das sind die Pflanzen und Tiere, können äußere Eingriffe und Störungen ausgeglichen werden. Dieses Stabilisierungsvermögen ist allerdings begrenzt und diese Grenze für den Menschen nicht sicher abschätzbar. Zu starke Eingriffe in den Regenwald und seine Artenvielfalt führen zu einem Kollaps des "Systems Regenwald" und wegen dessen ökologischer Bedeutung zur Vernichtung unserer Lebensgrundlagen. Lassen Sie uns gemeinsam verhindern, dass der „point of no return“ überschritten wird!
Je kleiner die Waldinseln, desto größer der Artenschwund
Durch Brandrodungen und Raubbau wird der Regenwald immer parzellierter. Wissenschaftler stellten sich daher die Frage, wie sich dadurch Flora und Fauna verändern. Es zeigte sich, was zu erwarten war. Je kleiner die Waldinseln, desto größer der Artenrückgang. Der Baumbestand wird schnell lückenhaft, so dass Winde in das ehemals völlig windstille Innere des Regenwaldes vordringen können. Temperatur und Luftfeuchtigkeit ändern sich dadurch deutlich. Die veränderten Lebensbedingungen führen zu einem extremen Artenrückgang.
Hinzu kommen die zahlreichen Wechselbeziehungen zwischen den Arten. Ein Beispiel: Als einer der ersten Bewohner verlassen die Weißbart-Pekaris (Nabelschweine) die Waldinseln. Die von ihnen benötigten und erzeugten Suhlen verschwinden in Folge. Dadurch finden bestimmte Froscharten, die ihren Laich in das Wasser der Suhlen abgesetzt hatten, keine geeigneten Laichplätze mehr und können sich nicht weiter fortpflanzen. Sie sterben aus. Infolge dessen vermehren sich deren Beutetiere. Das gesamte Ökosystem ändert sich also, und zwar sehr schnell.
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Was ist Biodiversität?
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