Tropenwaldschutz bedeutet Klimaschutz. Denn 17% der weltweiten CO2-Emissionen stammen aus der Vernichtung der Tropenwälder. Der Weltklima-Rat aus Wissenschaftlern aller Kontinente kommt zu einem eindeutigen Ergebnis. Wir müssen die Klimaerwärmung auf 2 Grad Celsius begrenzen. Schaffen wir das nicht, stirbt unsere Lebensgrundlage. Trockenheit zerstört dann die Wälder der Tropen. Das Eis der Pole und die Gletscher schmelzen. Ganze Ökosysteme gehen unter. Überschwemmungen setzen Teile Europas unter Wasser. Infektionskrankheiten verbreiten sich explosionsartig. Artensterben, Stürme, Missernten und Dürre gefährden unsere Zivilisation.
Klima ist nicht gleich Wetter
Als Abgrenzung zum Wetter (die nächsten Stunden bis Wochen) versteht man Klima als einen über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten (meist 30 Jahre) statistisch ermittelten Zustand der Erdatmosphäre. Hierbei stehen vor allem die Langzeittrends im Zentrum des Interesses, wobei die Basis für das Klima jedoch immer die in Wetterstationen oder über Satelliten erfassten Daten sind.
Der Begriff Klima wird oft mit dem Weltklima gleichgesetzt. Allerdings sind globale Trends nicht unbedingt repräsentativ für einzelne Standorte. Eine weltweite Temperaturerhöhung von einem Grad Celsius ist lediglich ein Mittelwert, der sich nicht immer mit lokalen Beobachtungen decken muss. Wenn Klimaforscher einen weltweiten Temperaturanstieg von 4,5 Grad bis 2100 vorhersagen, muss das nicht notwendigerweise heißen, dass wir hier in Deutschland jeden Sommer tropische Temperaturen bekommen. Aber Fakt ist: der Mittelwert der globalen Temperatur, gemessen über einen längeren Zeitraum, steigt seit den letzten hundert Jahren deutlich. Die Auswirkungen spüren wir weltweit sehr unterschiedlich. Wie kommt es zu diesen Änderungen?
Das Klima wird von einer Reihe natürlicher Faktoren beeinflusst. Primäre Klimafaktoren sind die Sonnenstrahlung, die Land-Meer-Verteilung und die Zusammensetzung der Erdatmosphäre. Die allgemeine Zirkulation der Atmosphäre, die Meeresströmungen und der Wasserkreislauf werden von den Primärfaktoren beeinflusst und tragen so ihrerseits wieder zu einer Änderung des Klimas bei. Die menschlichen Faktoren sind hauptsächlich die in die Atmosphäre abgegebenen Treibhausgase.
Der Treibhauseffekt
Wissenschaftler haben berechnet, dass die mittlere Temperatur der Erde bezogen auf die eingehende Sonneneinstrahlung eigentlich - 18 °C betragen müsste. Tatsächlich liegt die mittlere globale Temperatur aber bei circa + 15 °C. Für die Differenz ist der Treibhauseffekt verantwortlich, der so Leben auf der Erde erst möglich macht. Ähnlich wie bei einem Gewächshaus erreicht die Sonnenstrahlung die Erde und wird zum Teil als langwellige Wärmestrahlung abgestrahlt, die einige Gase in der Atmosphäre nicht passieren lassen. Die Erde heizt sich so wie ein Treibhaus auf. Die wichtigsten klimawirksamen Gase (auch Treibhausgase genannt) sind Wasserdampf, Kohlendioxid und Methan und sind natürlicher Bestandteil der Atmosphäre. Ohne sie wäre das lebensfreundliche Klima auf der Erde nicht möglich. Menschliche Einflüsse ändern im Moment die Zusammensetzung der Gase in der Atmosphäre. Bereits eine geringe prozentuale Verstärkung des Treibhauseffektes kann zu einer Erwärmung um mehrere Grad Celsius führen.
Klimageschichte
Im Laufe der Klimageschichte hat sich die globale Temperatur schon mehrfach dramatisch geändert. Wissenschaftler haben gezeigt, dass das Klimasystem ein sensibles System ist, das in der Vergangenheit schon auf kleine Änderungen empfindlich reagiert hat. Ein Beispiel dafür ist das Abschmelzen der Eiskappen an den Polen. Weißes Eis reflektiert die Strahlung der Sonne. Die Energie wird wieder abgestrahlt. Die dunklere Land- oder Meeresoberfläche hingegen trägt dazu bei, die Atmosphäre schneller zu erhitzen. Steigt nun die Temperatur, verringert sich die Eisfläche und die Temperatur steigt immer schneller. Das Abschmelzen des Eises wird dadurch wieder beschleunigt. Die Änderungen geschehen nicht linear sondern progressiv, das heißt, wenn ein bestimmter Schwellenwert überschritten wird, kann das System auf einmal viel schneller reagieren, als zuvor.
Viele der Klimaereignisse in der Vergangenheit lassen sich auf spezifische Ursachen zurückführen und realistisch in Simulationen nachvollziehen. Das Holozän ist die Warmzeit, in der wir seit 10 000 Jahren leben. Sie zeichnet sich im Vergleich zu anderen Perioden durch ein vergleichsweise stabiles Klima aus. In den letzten hundert Jahren ist allerdings die mittlere Temperatur unverhältnismäßig stark gestiegen.
Menschlicher Einfluss
Dieser Anstieg lässt sich in Klimamodellen nur zu einem Teil mit den natürlichen Schwankungen des Klimas erklären. Erst wenn man den vom Menschen verursachten Anstieg an Treibhausgasen, insbesondere CO2 mit einrechnet, zeigen auch die Modelle den aktuellen Temperaturanstieg.
Damit ist es für die meisten Wissenschaftler keine Frage mehr, dass der Anstieg der Temperatur wirklich auf den menschlichen Einfluss zurückzuführen ist. Die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre ist im letzten Jahrhundert durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie Erdöl oder Kohle, stark angestiegen. Aber auch die immer weiter fortschreitende Abholzung der Wälder in allen Teilen dieser Erde trägt zu diesem Anstieg erheblich bei (siehe Interview mit dem Klimaexperten Prof. Dr. Cramer).
Erwartete Änderungen
In Klimamodellen errechnete Zukunftsszenarien ergeben für den Zeitraum von 1990 bis 2100 eine Erhöhung der mittleren globalen Erdoberflächentemperatur von 1,4 bis 5,8 °C. Dieser Wert ist zwei bis zehn mal höher als der Wert der beobachteten Erwärmung während des 20. Jahrhunderts und die Erwärmungsrate ist sehr wahrscheinlich beispiellos für die letzten 10 000 Jahre. Durch den weltweiten Anstieg der Temperatur ändert sich das Wetter in den einzelnen Orten recht unterschiedlich. Modelle versuchen vorherzusagen, welche Änderungen am wahrscheinlichsten sind und welche Auswirkungen für das Leben auf der Erde entstehen. Das Schmelzen von Gletschern und Polareis ist bereits ein gut messbarer Effekt, der zu einem Anstieg des Meeresspiegels führt. Dies hat besonders für kleine Inselstaaten oder Länder die direkt an der Küste liegen, verheerende Auswirkungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es extreme Wetterlagen (starke Unwetter, Trockenheiten, Hurrikans) gibt nimmt mit steigender Temperatur ebenfalls zu.
Auf der Umweltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro/Brasilien haben die Teilnehmer eine internationale Rahmenkonvention zum Klimawandel beschlossen. Ziel ist es eine Stabilisierung der Treibhausgas-Konzentrationen in der Atmosphäre auf einem ungefährlichen Niveau zu erreichen. Im Laufe der nachfolgenden Verhandlungen einigten sich die Staaten 1997 im japanischen Kyoto darauf, die jährlichen Emissionen der sechs wichtigsten Treibhausgase in den Jahren 2008 bis 2012 um 5,2 Prozent (bezogen auf das Jahr 1990) zu reduzieren. Das so genannte Kyoto-Protokoll trat 2005 in Kraft und ist die Grundlage für den Handel mit Emissionszertifikaten, bei denen Quoten für eine bestimmte Abgabemenge von CO2 gehandelt werden.
Die Rolle des Tropenwaldes für den Klimaschutz
Tropische Wälder sind einer der größten Speicher von CO2 weltweit. 46 Prozent des gesamten terrestrisch gebundenen Kohlenstoffes ist im Wald zu finden, davon 37 Prozent im Tropenwald. Im Gegensatz zu den Wäldern der gemäßigten Breiten ist in den Tropen nicht der Großteil des Kohlenstoffes im Waldboden (Wurzeln, organische Masse in den Böden), sondern in der oberirdischen Vegetation gebunden und wird bei Abholzung des Tropenwaldes freigesetzt. Der Amazonas speichert zum Beispiel die Menge an Kohlenstoff, die im Moment weltweit in 15 Jahren freigesetzt wird. Die Rolle des Waldes als Senke (Aufnahmeort) von CO2 ist unter Wissenschaftlern noch umstritten, weil abhängig von lokaler Temperatur und Niederschlag CO2 aufgenommen oder abgegeben werden können.
Mit einer Änderung der Temperatur und des Niederschlags hat der Klimawandel auch starke Auswirkungen auf den Tropenwald selbst. Durch den gleichzeitig hohen Nutzungsdruck durch die Menschen wird es immer wahrscheinlicher, dass weitere Arten aussterben. Die hohe Artenvielfalt der Regenwälder geht damit verloren. Eine Anpassung der Natur an veränderte Umweltbedingungen wird so immer schwieriger und der Wald kann seine wichtigen Ökosystemfunktionen (Wasserspeicher für den lokalen Kreislauf, Verhinderung von Erdrutschen und Erosion, Lieferant wichtiger Medizinalpflanzen und Nahrungsmittel) nicht mehr ausfüllen.
"Der Klimawandel ist für die Menschheit ebenso gefährlich wie Kriege!"
UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon am 2. März 2007
Link:
Interview mit Prof. Dr. Cramer, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
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Was Sie sofort zum Klimaschutz beitragen und wie Sie zum Klima-Aktionär werden können.
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