Ölpalmen

Palmöl ist eines der wichtigsten Pflanzenfette weltweit. Im Jahre 1961 betrug die Weltproduktion an Ölpalmenfrüchten lediglich 13 Millionen Tonnen, aber inzwischen hat sich diese Menge beinahe verzehnfacht. So wurden im Jahre 2000 weltweit über 117 Millionen Tonnen Ölpalmenfrüchte erzeugt. Die wichtigsten Anbauländer sind Malaysia und Indonesien, mit zusammen über 80% der Weltproduktion. Neuere Anbaugebiete liegen inBrasilien und Kolumbien. Weiter kommen geringe Mengen aus Thailand, Papua Neuguinea, Nigeria und der Elfenbeinküste.

Die Selektion ertragreicher Sorten hat die Ertragsfähigkeit bei Ölpalmen wesentlich gesteigert. Die wilden und halbwilden Ölpalmen in West- und Zentralafrika liefern lediglich 0,6 bis 1 Tonne Palmöl pro Hektar. Die züchterisch bearbeiteten Sorten hingegen können über 6 Tonnen Öl pro Hektar liefern. Damit ist die Ölpalme die weitaus ertragreichste Ölpflanze geworden. 

Verwendung
Die Ölpalme liefert zwei Arten von Öl, zum einen das Palmöl, welches aus dem fleischigen Mesokarp der Frucht gepresst wird und zum anderen das Palmkernöl, das aus dem Kern (dem Endosperm) gewonnen wird. 

Palmöl hat eine orange bis rote Farbe und enthält viel Vitamin A. Man verwendet es zur Herstellung von Seife und Kerzen. Zur Herstellung von Margarine und Kochfett wird Palmöl gebleicht. Außerdem wird es als Schmiermittel und in der Textil- und Gummiindustrie eingesetzt. 

Palmöl als Energiequelle
Die Ölpalme hat einen sehr hohen Ertrag an Öl - und damit Energie - pro Fläche. Darum wird es zunehmend auch als nachwachsende Energiequelle verwendet. 
Die malayische Regierung unterstützt aufgrund steigender Mineralölpreise den Bau von Palmöl-Biodiesel-Anlagen im Land. Die ersten Fabriken werden Mitte 2007 die Produktion mit einer Jahreskapazität von 100.000 Tonnen starten. Eine starke Nachfrage nach Biodiesel aus Europa, Kolumbien, Indien, Südkorea und der Türkei führt derzeit zum Wachstum dieser Industrie.

Doch ist Biodiesel wirklich Bio?
Biodiesel ist ein erneuerbarer Energieträger und wird daher oft als Lösung für Energie- und Klimaprobleme dargestellt. Doch leider ist Vorsicht geboten: Für die Anlage von Palmölplantagen wird derzeit in großem Stil tropischer Regenwald abgeholzt und so nicht nur klimaschädigendes CO2 freigesetzt, sondern auch ein erheblicher Verlust von Artenvielfalt und anderen wichtigen Tropenwaldfunktionen in Kauf genommen. Deshalb fordert OroVerde zusammen mit anderen Umweltverbänden genauere Richtlinien, wie Biokraftstoffe produziert werden, damit nicht die negativen Auswirkungen dieser Entwicklung größer werden, als die Vorteile.
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Palmölplantage statt Regenwald.
Palmölplantage statt Regenwald.