Die Pipelines
Da die Transportkapazität der staatlichen, maroden und über 30 Jahre alten SOTE-Pipeline in Ecuador nicht mehr ausreichte, wurde vor wenigen Jahren eine zweite Pipeline, diesmal vom OCP-Konsortium, gebaut. Sie wurde im Oktober 2003 fertig gestellt. Wie die SOTE-Pipeline muss auch die OCP-Pipeline alle 94 tektonischen Verwerfungen des Landes passieren. Zusätzlich führt die neue Pipeline an sechs aktiven Vulkanen vorbei und durch sieben internationale Naturschutzzonen hindurch, in denen Indigene, die von Ecuador zugesicherte Rechte haben, leben.
So kommt es immer wieder es zu Unfällen. Aus Lecks flossen in all den Jahren schätzungsweise 75 Millionen Liter Öl in die Umwelt – das ist weit mehr, als beim Tankerunglück der Exxon Valdez ins Meer gelangte.
Aus deutscher Sicht besonders frappierend ist, dass die Pipeline, die weitreichend die Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank verletzt, maßgeblich mit Hilfe von Krediten der Westdeutsche Landesbank finanzierte wurde.
Die Kichwa-Indianer
1992 wurde dem Kichwa-Volk Sarayaku, das Land, auf dem es im Amazonas-Tiefland lebt, offiziell vom ecuadorianischen Staat zugesprochen. Später wurde für dasselbe Gebiet – nun als Block 23 bezeichnet - eine Erdölkonzession vergeben, ohne die Menschen, die dort leben, in diese Entscheidung mit einzubeziehen. 2002 begann der argentinische Erdölkonzern CGC mit den Prospektionsarbeiten, gegen die die Kichwa sich seitdem mit friedlichem Protest zur Wehr setzen. Mehrfach beantworteten Staat und Ölkonzerne den friedlichen Widerstand mit Einschüchterungen und Gewalt. Skrupellos ließen sie Attentate auf die Sprecher der Indigenen unternehmen und Indianergruppen von schwer bewaffneten paramilitärischen Kräften überfallen. Dabei war es den Gewalttätern egal, dass auch Frauen und Kinder ihre Opfer waren.
OroVerde unterstützte finanziell die Rechtsberatung der Kichwa sowie notwendige Reisekosten. 2004 konnte ein Sieg vor dem interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte errungen werden, der den Kichwa das Recht auf Selbstbestimmung auf ihrem Land zusprach. Dennoch kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen.
Internationale Aufmerksamkeit ist weiter wichtig, deshalb ist OroVerde Teil eines internationalen Hilfsnetzwerks zur Unterstützung der Kichwa.
Trotz allem geben die Ouichua-Indianer nicht auf, denn sie wissen, dass sie mit dem Regenwald auch ihre Zukunft und Identität verlieren würden. Erreicht wurde zudem auch, dass die ecuadorianische Regierung nun zögert die Ölförderung im Regenwald noch weiter auszudehnen. Der Internationale Währungsfonds fordert jedoch zur rascheren Schuldentilgung, dass auch im Süden des Landes Öl gefördert wird. Aber auch dort gibt es noch wertvollen, tropischen Regenwald und indigene Völker.
Mehr zu dem OroVerde-Projekt mit den Kichwa-Indianern in Sarayaku erfahren Sie hier.

