Fossile Energieträger und der Tropenwald
Die Vorkommen fossiler Ressourcen unter den tropischen Wäldern ist schlechter erforscht, als in den meisten anderen Erdregionen. Sind sie aber gefunden, werden sie in erster Linie aus finanziellen Gründen erschlossen.
Dabei wird auch oft das „ökologische“ Argument angebracht, dass durch Schaffung dieser alternativen Einnahmequelle der Wald geschont werden kann. Das basiert aber auf einer recht kurzsichtigen Betrachtung. Volkswirtschaftlich mag es ja einleuchten, aber leider hat die lokale Bevölkerung in der Regel allzu wenig von den Profiten der Förderung von fossilen Rohstoffen. Oft werden nur wenige unqualifizierte Hilfskräfte für die Förderung gebraucht. Die Tropenwaldzerstörung wird so leider nicht gebremst, sondern durch die Erschließung der Wälder eher noch beschleunigt.
Darüber hinaus begeben sich zum Beispiel die armen Staaten im Amazonasgebiet, die reich an Ölvorkommen sind, schnell in die Abhängigkeit von Ölexporten, die sie der Chance einer wirtschaftlich unabhängigen Entwicklung beraubt. So verwendet Ecuador einen großen Teil der Einnahmen vom Ölexport allein dazu, die Zinsen seiner Auslandsschulden zu begleichen. Die Folge: Die Länder geraten trotz zahlreicher Bodenschätze in die Armutsfalle. Der Tropenwald über den fossilen Ressourcen wird bei der Erschließung, je nach deren Art, in unterschiedlichem Maßstab gerodet. Entgeht der Wald noch dem Kahlschlag, werden jedoch zumindest breite Schneisen für die Infrastruktur – Anlagen, Strassen und Pipelines – geschlagen. Die Zerteilung der Waldflächen ist für solche Tierarten, die große Reviere zum Fortbestand brauchen, äußerst bedrohlich.
Zudem wird der Wald durch die Strassen nicht nur für die Förderkonzerne besser zugänglich. Da das Eindringen in den Wald mit schwerem Gerät und der Abtransport des geschlagenen Holzes leichter werden, beschleunigt sich der Einschlag oft erheblich. Zudem erfolgt die Abholzung nicht mehr vom Rand her, sondern in hohem Maße von innen heraus, wodurch die Waldflächen weiter fragmentiert werden und zusammenhängende Waldgebiete schrumpfen. Die Rodung des Waldes eröffnet große Flächen für das Anlegen von verschiedenen Plantagen, deren Betrieb durch die bessere Infrastruktur erheblich erleichtert wird.
Für die direkte Umwelt der Förderanlagen und Pipelines gibt es aber noch ganz andere ökologische Gefahren. Bei der Ölförderung kommt es wegen des oft schlechten technischen Zustands der Anlagen bzw. mangelndem Umweltbewusstsein der Betreiber regelmäßig zur Verseuchung von Luft, Wasser und Boden in der Umgebung. In der Nähe der Anlagen liegen oft die schmutzigen Hinterlassenschaften der Ölindustrie - stinkende, schwarze Seen, aus Chemikalien- und Ölrückständen, die statt fachgerecht verwertet oder entsorgt, einfach abgebrannt werden, wenn sie voll sind. Hinzu kommen leckende und brechende Pipelines, die direkt und indirekt zu schweren, irreparablen ökologischen Schäden führen. Die Rückstände zerstören die Fauna und bedrohen die Gesundheit von Mensch und Tier - Wild und Fischarten sterben aus.
Beispiel Ecuador
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Beispiel Ecuador: Erdölförderung im Amazonasregenwald.

