Schon immer haben die Menschen Kleidung aus Pflanzenfasern hergestellt. In unseren Breiten waren früher Lein und Hanf wichtige Faserpflanzen. Die ältesten Samen von kultiviertem Lein stammen aus Syrien und Mesopotamien. Das älteste Leinengewebe fand man in einem ägyptischen Grab aus der Zeit von 3500 bis 3000 vor Christus.
Während der Jungsteinzeit kam der Lein auch nach Deutschland und in den Pfahlbausiedlungen am Bodensee wurden Gewebereste und Fischernetze aus Lein gefunden. Hanf gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Die Chinesen nutzten ihn schon im Neolithikum (4200 bis 3200 v. Chr.). In Europa war der Hanf erst in der Eisenzeit gebräuchlich (800 bis 400 v. Chr.), wie die Funde von Seilresten und Gewebeteilen bezeugen.
Der älteste gewebte Stoff aus Hanf in Europa wurde im Grab der Merowinger-Königin Arnegunde gefunden (Kathedrale St. Denis, Paris). Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts wurden bei uns auch Brennnesseln als Faserpflanzen angebaut. Das daraus hergestellte Nesseltuch war etwas rau, da stets kleine Rindenteilchen an der Faser haften blieben.
Aber auch in anderen Teilen der Welt hat man zahlreiche Pflanzenfasern dazu verwendet, Schnüre, Taue, Fischernetze und Kleidung herzustellen. Einige dieser Pflanzen haben nur lokale Bedeutung, aber andere Arten haben im Laufe der Zeit weltweite Bedeutung erlangt. Und trotz des Siegeszuges der synthetischen Fasern wurden im Jahre 2000 weltweit über 23 Millionen Tonnen Pflanzenfasern geerntet (www.fao.org), wovon aber der größte Teil Baumwolle ist.
Was sind Faserpflanzen
Pflanzliche Fasern sind lang gestreckte, dickwandige Zellen, deren Grundbaustoff Zellulose ist. Die Fasern sind meistens in Bündeln gruppiert und werden durch Pektine zu langen Strängen (Faserbündeln) zusammengeklebt. Ihr spezieller Aufbau und ihre verstärkten Zellwände unterscheiden nützliche Fasern von anderen. Generell teilen wir Naturfasern in zwei Kategorien ein, die weichen Fasern und die harten Fasern. Weichfasern stammen aus dem Bastteil (Siebteil), dem so genannten Phloem, welches dicht unter der Außenrinde liegt . Dazu gehören zum Beispiel Hanf, Flachs, Jute und Ramie. Hartfasern stammen nicht nur aus dem Phloem, sondern auch aus dem Holzteil der Pflanze, dem Xylem. Die Härte kommt durch Einlagerung von Ligninen in die Zellwände zustande. Allgemein stammen die Hartfasern aus den Blättern von einkeimblättrigen Pflanzen, wie zum Beispiel Sisalagave, Faserbanane und verschiedene Palmen. Die Gewinnung von Bastfasern, welche man in den Stengeln von Leinen, Hanf, Ramie, Nessel und vielen anderen Faserpflanzen findet, erfolgt durch so genanntes Rösten. Die Fasersträge sind durch Pektine mit dem Holzteil und der äußeren Rinde des Stengels zusammengeklebt. Während der Röste bläst die Aktivität von Schimmel- und Fadenpilzen, sowie von Bakterien das Pektin auf. Danach lassen sich die Fasern durch mechanische oder chemische Verfahren freilegen.
Verwendung von Faserpflanzen
Schon sehr früh wurden Faserpflanzen von Menschen zum Beispiel für die Herstellung von Kleidung verwendet, in unseren Breiten waren früher Lein und Hanf wichtige Faserpflanzen. Aber auch in anderen Teilen der Welt hat man zahlreiche Pflanzenfasern dazu verwendet, Schnüre, Taue, Fischernetze und Kleidung herzustellen. Einige dieser Pflanzen haben nur lokale Bedeutung, aber andere Arten haben im Laufe der Zeit weltweite Bedeutung erlangt. Die Baumwolle ist die wohl bekannteste Faserpflanze, hier stammen die Fasern jedoch nicht von den Leitbündeln, sondern aus den Samenhaaren.
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Beispiele für tropische Faserpflanzen

