Beispiele für tropische Faserpflanzen

Abaca

Abaca wird auch Manila Hanf oder Faserbanane genannt und liefert leichte, feste Fasern, die gegenüber Meerwasser sehr widerstandsfähig sind. Gewonnen werden sie aus der faserhaltigen Außenschicht der Blattscheiden, welche den Scheinstamm der Bananenpflanze bilden. Aus den schwerverrottbaren Abacafasern werden schwimmfähige Schiffstaue und Fischernetze, Hängematten, Taschen, Teebeutel und das sehr wertvolle Manilapapier hergestellt. 

Sisalagave

Die bis zu zwei Meter langen Blätter der Sisalagave werden von unzähligen Fasersträngen durchzogen. Mit nur 3mm Länge sind die Einzelfasern sehr kurz, doch kann ein Faserbündel einen Strang von 1-2 Metern bilden. Die Hartfasern zeichnen sich durch gute Reißfestigkeit und Haltbarkeit aus. Sisalfasern werden hauptsächlich zu Bindegarn verarbeitet, eignen sich aber auch für die Herstellung von Seilen, Netzen und Teppichen und Stoffen. Eine nahe Verwandte aus der Familie der Agavengewächse ist die Gattung Furcraea. Die Blätter dieser liefern etwas weichere Fasern. Sie werden noch in traditioneller Praxis von zentralamerikanischen Indios zu Säcken, Seilen und Stoffen verarbeitet. Die heutige nordamerikanische Industrie experimentiert mit diesem alternativen Rohstoff für die Herstellung von Papier.

Hanf

Bei Hanf werden die Fasern aus den Stengeln gewonnen. Hanffasern zeichnen sich vor allem durch eine hohe Reißfestigkeit aus, die in nassem Zustand sogar noch höher ist. Verarbeitet werden sie in Tauen, Seilen, Netzen, Bindfäden, Zwirnen, Segeltuch, Bekleidung und Verbundstoffen. Vielleicht liegt ihr wichtigster Einsatz in der Papierherstellung. Papier aus Hanf zeigt besondere Haltbarkeit und eine spezielle Affinität für Tinte.
Nachwachsende Rohstoffe gehören zu den wichtigsten Themen unserer Zeit. Hanfanbau gibt nicht nur umweltverträgliche Produkte, sondern kann in einen gesunden Kreislauf von Land und Wirtschaft integriert werden. Im Vergleich zur Waldwirtschaft kann der Hanfanbau viel mehr Zellstoff pro Hektar bieten. Richtige Fruchtfolge und ein Rösten der Hanfstengel auf dem Feld tragen sogar zu einer Bodenverbesserung bei.

Kokos

Bei Kokos werden die Fasern aus der Fruchtschale gewonnen. Daraus werden Seile, Taue, Teppiche, Matten, Hüte oder Körbe hergestellt, oder sie werden einfach als Matratzenfüllung oder als Wärmedämmung verwendet.
In vielen Ländern werden die Fasern mit der Kokosschale an der Sonne getrocknet und als Brennmaterial verwendet. Auch werden Außenschalen und Fasern nach der Trocknung vermahlen, mit flüssigem Mineraldünger versetzt und anschließend in Blöcke gepresst. Diese werden als so genannte Cocobricks oder Cocoslabs hauptsächlich in Europa gehandelt. Beim Einweichen in Wasser quellen diese bis zum Zehnfachen ihres Volumens auf und ergeben ein in vielerlei Hinsicht vorteilhaftes Pflanzsubstrat. Im kommerziellen Gartenbau hat Kokos in vielen Bereichen bereits den ökologisch zumindest fragwürdigen Torf verdrängt.

Kokospalmen