Kautschuk ist ein wichtiger pflanzlicher Rohstoff zur Herstellung von Gummi. Bei Rohkautschuk handelt es sich um den geronnen Milchsaft verschiedener tropischer Pflanzen. 90% des Kautschuks werden aus dem Kautschuk-Baum gewonnen.
Zur Geschichte des Kautschuks
Schon Kolumbus beobachtete auf Hispaniola Indios, deren Spielbälle viel höher sprangen als die in Europa bekannten. Die zahlreichen Indianerkulturen in Mittel- und Südamerika benutzten den Milchsaft von verschiedenen Pflanzen um Bälle, Gefäße und wasserdichte Schuhe daraus herzustellen. Außerdem verwendeten sie Latex um Stoffe wasserdicht zu machen.
In der Quetschua-Sprache heißt der Baum, aus dessen Milchsaft die Bälle und Gefäße hergestellt wurden, "Cahuchu" - der weinende Baum. Aber Rohkautschuk hat in unserem Klima die Eigenart in der Sonne klebrig und bei Kälte spröde zu werden, deswegen fand man zuerst keine rechte Verwendung für dieses neue Naturprodukt.
Kautschuk wurde nach Europa gebracht, aber lange nur als Kuriosität angesehen. Im Jahre 1770 entdeckte der englische Chemiker Joseph Priestly durch Zufall, dass man mit Kautschuk Bleistiftmarkierungen wegradieren konnte.
Im gleichen Jahr begann man in England kleine Kautschukwürfel als Radiergummis zu verkaufen. Nach und nach fand man weitere Nutzungsmöglichkeiten für diesen neuen Rohstoff. So verwendeten die Gebrüder Montgolfier als Hülle für ihren Heißluftballon Segeltuch, welches mit in Terpentin gelöstem Kautschuk beschichtet war.
Im Jahre 1823 wurden die ersten Regenmäntel von Charles MacIntosh hergestellt, der Stoffe mit Gummi welches in Naphta gelöst war, beschichtete. Aber auch diese ersten Regenmäntel wurden in der Sonne oder wenn es sehr warm war klebrig.
1839 entdeckte der amerikanische Erfinder Charles Goodyear, als er zufällig ein Stück Rohkautschuk auf einen heißen und mit Schwefelresten verschmutzten Ofen liegen ließ, die Vulkanisation. Bei diesem chemischen Prozess wird Rohkautschuk mit Schwefel zusammen erhitzt. Dadurch wird Rohkautschuk formbar und bleibt bei allen Temperaturen elastisch.
Kautschukgewinnung
Kautschuk kann aus mehreren Pflanzensorten gewonnen werden, hauptsächlich wird aber der Milchsaft aus dem Kautschukbaum (Hevea brasiliensis) verwendet. Inzwischen werden auch synthetische Kautschuke hergestellt. Naturkautschuk kann aufwändig als Sammlerprodukt gewonnen werden (Extraktivismus). Diese ökologisch einwandfreie, nachhaltige Bewirtschaftung bietet vielen Einheimischen eine selbständige, auskömmliche Existenz. Hierbei sind die Kautschukbäume in den Regenwald integriert. Kautschuk wird aber auch in Form von Monokulturen angebaut Naturkautschuk wird als Flüssigkeit, als Lagen oder als Ballen vertrieben.
Kautschukproduzenten
Die fünf wichtigsten Produzentenländer von Naturkautschuk sind heute Thailand, Indonesien, Malaysia, Indien und die Volksrepublik China. Weitere Produzenten sind die Elfenbeinküste, Nigeria, Liberia. Brasilien, Sri Lanka, Philippinen, Guatemala, Kambodscha, Kamerun, Myanmar und Mexiko. Die Weltproduktion belief sich im Jahr 2005 auf 8,84 Millionen Tonnen. Durch die steigenden Kautschukpreise kommt es sicher noch zu einer Steigerung der Produktion. Hauptabnehmer sind die USA, Japan, China, Deutschland und Frankreich.

