Der Fußabdruck unseres Papierverbrauchs in der Welt

Da 72% des in Deutschland eingesetzten Zellstoffes importiert werden, hat unser hoher Papierkonsum weitreichende Folgen für Ressourcen und Menschen in anderen Ländern.

Skandinavien, Russland und Kanada

Außerhalb der Tropen kommt ein Großteil des von Deutschland importierten Papiers und Zellstoffs aus den borealen Nadelwäldern Skandinaviens, Russlands und Kanadas. Besonders problematisch ist dort der Kahlschlag von nahezu unberührten Urwäldern. Um diese Methode anwenden und gleichzeitig ihrer Produkte besser vermarkten zu können, haben Finnlands Waldbesitzer sich zusammen mit der Forst- und Holzindustrie pauschal gegen das FSC-Zertifizierungssiegel ausgesprochen und ein eigenes vom PEFC anerkanntes Siegel entwickelt. Mit diesem Branchensiegel kommen nun auch Holzprodukte, wie Zellstoff, aus Urwaldkahlschlag mit einer fadenscheinigen Zertifizierung auf den Markt.

Zellstoffplantagen in den Tropen und Subtropen

Neben den Papier- und Zellstoffimporten, die aus Rodungen von Primärwäldern stammen, kommt ein großer Teil davon aus Plantagen-Monokulturen aus schnell wachsenden Bäumen wie Eukalyptus. Diesen flächenextensiven Plantagen in den Tropen und Subtropen fällt Urwald oder Ackerland zum Opfer. Die riesigen Monokulturen aus exotischen Baumarten nehmen den heimischen Tier- und Pflanzenarten den Platz. Durch den Einsatz von Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln auf den Plantagen stirbt die natürliche Vegetation. Die schlecht gesäuberten Abwässer der Verarbeitungsfabriken enthalten Chlor und andere Chemikalien, die die Umwelt belasten bzw. zerstören und die Gesundheit der lokalen Bevölkerung stark gefährden. Die Tiere finden keine Nahrung und Schutz mehr. Manche der exotischen Arten, die auf den Plantagen angepflanzt werden, können sich unkontrolliert in angrenzenden Gebieten ausbreiten und bedrohen auch dort die Artenvielfalt, wenn die heimischen Arten auf deren Konkurrenz nicht reagieren können.

Durch den hohen Wasserbedarf der schnell wachsenden Plantagenbäume sinkt der Grundwasserspiegel auf den Plantagen und in ihrer Umgebung. Dies ist v.a. der Fall, wenn die Bäume in relativ kurzen Perioden gefällt und neue Plantagen angelegt werden. Die benachbarten Bauern bekommen dann Probleme mit der Bewässerung ihrer Äcker oder sogar mit der eigenen Trinkwasserversorgung. Trocknen schließlich die Flüsse und Seen aus, verliert auch die Fischerei ihre Daseinsgrundlage.  

Gerodeter Regenwald