Illegaler Holzeinschlag einer der Hauptgründe für die Vernichtung der Regenwälder, weil er meist unkontrolliert und nicht nachhaltig erfolgt – oft als Kahlschlag. Illegal ist der Holzeinschlag, wenn er von der Nationalregierung oder deren Behörden nicht freigegeben wurde oder gegen in den jeweiligen Ländern bestehendes nationales Recht verstößt. Gerade Länder wie Brasilien oder Indonesien haben schon eine recht fortschrittliche Gesetzgebung, die die nachhaltige Nutzung der Wälder regelt. Schätzungen zufolge ist über 80% des Holzeinschlages in Brasilien und über 72% in Indonesien illegal. Große Mengen dieses illegal geschlagenen Holzes kommen hier in Deutschland und Europa auf den Markt.
Deutscher Vorschlag für Urwaldschutzgesetz gescheitert
Zur Verhinderung der Importe von Holzprodukten aus illegalem Raubbau wurde der Entwurf eines Urwaldschutzgesetzes bereits im Jahr 2004 in den Bundestag eingebracht. Um die Einhaltung des Importverbots kontrollieren zu können, sollten die Holzhändler und -verarbeiter verpflichtet werden, einen Legalitätsnachweis für Holz und Holzprodukte dem Verbraucher zur Verfügung zu stellen. Das Gesetz sollte sowohl den Handel als auch den Besitz von illegal geschlagenem Holz verbieten und unter Strafe stellen. Im September 2006 kam es jedoch trotz großer Zustimmung seitens der Bevölkerung zur Ablehnung des Urwaldschutzgesetzes in den Ausschüssen des Bundestages. Gründe für die Ablehnung waren zum einen der Verweis auf den europäischen Prozess (siehe unten), zum anderen bezeichneten sie den Vorschlag als zu "bürokratielastig".
Der FLEGT-Aktionsplan der EU
Der von der EU 2005 beschlossene FLEGT-Aktionsplan (Forrest Law Enforcement, Gouvernment and Trade) hat das Ziel den Verbrauch an illegal geschlagenem Holz in Europa zu reduzieren. Schwerpunkt sind hier partnerschaftliche Vereinbarungen mit den Holzexportländern, die den Handel mit illegalem Holz und Holzprodukten unterbinden sollen. Die Verhinderung von Investitionen in den illegalen Raubbau und die Verbesserung der Politikgestaltung in den Produzentenländern sind weitere wichtige Aspekte. Allerdings dauern die Verhandlungen mit den einzelnen Ländern sehr lange und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, diese freiwilligen Verpflichtungen zu umgehen. Deshalb ist eine strenge Gesetzgebung, die den Handel mit illegal geschlagenem Holz strafbar macht dringend notwendig.
OroVerde begleitet diesen Prozess zusammen mit anderen Organisationen kritisch. Informationen über neue Entwicklungen in diesem Bereich finden Sie immer unter Aktuelles.

