Sinkende Preise- zunehmende soziale und ökologische Probleme
Der weltweite Handel wird zunehmend liberalisiert, verstärkt seit Gründung der World Trade Organisation (WTO) im Jahre 1994. Beschränkungen des internationalen Handels z. B. in Form von Zöllen, werden abgebaut. Sein Volumen hat sich zwischen 1970 und 1998 verdreifacht. Die Preise sinken - für uns Verbraucher.
Wir Europäer genießen die Auswirkungen jeden Tag. Drei Beispiele:
- 90% des in Deutschland konsumierten Orangensaftes stammen aus Brasilien
- 40% der rings um den Äquator geernteten Bananen werden in Europa gegessen
- Kaffee, aus 80 Ländern der "Dritten Welt", ist zum weltweit zweitwichtigsten Exportrohstoff (nach Erdöl) geworden
Allerdings: Durch den zunehmenden Wegfall staatlicher Kontrolle gewinnen multinationale Unternehmen an Einfluss; Rohstoffpreise geraten stärker unter Druck; der Zwang zu immer kostengünstigerer Produktion nimmt zu. Die Auswirkungen: kleinbäuerliche Produzenten geraten in wirtschaftliche Not.
Großbetriebe produzieren auf weiträumigen Plantagen kostengünstiger, kontrollieren Markt und Preise. Hoher Pestizideinsatz, schlechte Arbeitsbedingungen und Bezahlung für Plantagenarbeiter und zuliefernde Kleinbauern sind weitere Folgen der Machtstrukturen auf dem Weltmarkt.
Geiz ist geil? Wie Konsumenten in die Falle tappen
Der Werbeslogan „Geiz ist geil" hat die Mentalität unserer Gesellschaft stark geprägt: mit erschreckenden Folgen. Statt auf Qualität achten wir beim Einkauf auf den Preis. Natürlich hat dies Auswirkungen auf die Umwelt, denn günstige Preise rechnen sich nur über die Masse. Massentierhaltung und Monokulturen sind eine Folge.
Für den Regenwald besonders schädlich ist u. a. unser hoher Fleischkonsum. Denn als Zufutter wird deutschen Schweinen und Geflügel Soja verabreicht. Und dieses stammt zu einem großen Teil aus der Amazonas-Region in Brasilien. Für Soja stirbt der Regenwald: allein 2003 ist er in Brasilien um weitere 2.375.000 Hektar geschrumpft.
Kurz: Nicht Politik und Industrie tragen am meisten Verantwortung für Umweltzerstörung und Sozialdumping. Sondern wir: die Konsumenten.
Der Hoofnungsschimmer: Wir als Konsumenten können mit unserer Kaufentscheidung die Welt mitbestimmen. Als König Kunde haben wir die Wahl, ob wir für den Erhalt der Regenwälder eintreten oder nicht.
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