Paradiesische Vielfalt und Fülle der tropischen Wälder

Regenwälder

Der immergrüne tropische Tieflandregenwald kommt vom Tiefland bis zu etwa 1200 Meter über Null vor. Er stockt im perhumiden Klima auf normalen, trockenen Böden (im Gegensatz zu wassergesättigten, "sumpfigen" Böden). Dieser Waldtyp ist die mit Abstand üppigste und artenreichste aller Pflanzengemeinschaften weltweit. Man unterscheidet in dieser Formation drei Stockwerke: Das oberste Stockwerk bilden die Emergenten, einzeln oder auch gruppenweise wachsende Bäume, die sich deutlich über das mittlere Stockwerk erheben. Während die mittlere Baumschicht eine Höhe von 25 bis 45 Metern (das entspricht dem 8. bis 15. Stock bei einem Hochhaus) erreichen kann, können einzelne herausragende Emergenten 60 bis 80 Meter hoch werden (20. bis 27. Stock bei einem Hochhaus). 

Waldtypen

Innerhalb des Tropengürtels gibt es beträchtliche Unterschiede hinsichtlich der abiotischen Faktoren, das heißt Niederschlagsverteilung, verfügbares Wasser, Böden und Höhenstufen. Diese Unterschiede führen zu unterschiedlichen Waldgesellschaften. 

Der wichtigste Unterschied in tropischen Gebieten ist die Verteilung der Niederschläge. Direkt am Äquator herrscht ein humides (immerfeuchtes) Klima, das heißt es regnet fast jeden Tag. Bewegt man sich vom Äquator in nördlicher und südlicher Richtung zu den Wendekreisen, so erreicht man Klimazonen mit ein oder zwei deutlich ausgeprägten Regen- und Trockenzeiten. Hier findet man andere Waldgesellschaften als direkt am Äquator. Innerhalb dieser verschiedenen Klimazonen gibt es nun Standorte, in denen das Grundwasser das ganze Jahr sehr hoch ansteht und sich Sumpfwälder oder Wälder auf Torfmooren ausbilden. Bei den trockneren Standorten muss man unterscheiden, ob die Wälder auf weitverbreiteten, zonalen Böden oder aber auf Böden mit speziellen Eigenschaften, wie zum Beispiel nährstoffarmer Sand, Kalkstein oder ultrabasisches Gestein stocken. Zuletzt gibt es noch die Höhenzonierung, das heißt Tieflandregenwald, submontaner und montaner Bergregenwald unterscheiden sich durch ihre unterschiedliche Physiognomie und Artenzusammensetzung voneinander. 

Im Regenwald: Die Würgefeige beginnt ihr Leben als harmlose Aufsitzerpflanze, bis ihre Luftwurzeln den Boden erreichen. Diese umschließen nach und nach zunehmend den Stamm der Wirtspflanze. Gleichzeitig breitet sich der Blätterschopf der Würgepfeige in der Baumkrone aus. Schließlich stirbt die Wirtspflanze unter der "erdrückenden" Würgefeige ab und beginnt zu verrotten. Ihr Stamm ist jedoch noch jahrzehntelang als Hohlraum im Stamm der Würgefeige zu erkennen.
Würgefeige im regengrünen Feuchtwald in Thailand.

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